Gründerinnen-Porträts

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Hörstudio Sandra Panneke

Trotz Corona erfolgreich gestartet...
1. Frau Panneke, was ist Ihr Business und wie ist die Idee dazu entstanden?
Ich betreibe ein Fachgeschäft für Hörakustik. Im Wesentlichen geht es dort um die Wiederherstellung der Kommunikationsfähigkeit meiner Kunden. Das ist eine sehr interessante und abwechslungsreiche Tätigkeit, da jeder Mensch unterschiedliche Voraussetzungen mitbringt und individuelle Anforderungen hat. Zwei Menschen mit ganz ähnlicher Hörverminderung benötigen unter Umständen sehr unterschiedliche Lösungen, damit ihre Wünsche erfüllt werden können. Deshalb arbeite ich mit modernster Messtechnik und mit allen Hörgeräteherstellern zusammen. Dadurch kann ich auf über 2000 Produkte zurückgreifen um eine möglichst perfekte Lösung zu erreichen. Mit dreißig Jahren Berufserfahrung und über zehn Jahren Erfahrung in leitender Position hat man sehr präzise Vorstellungen, was das Arbeitsumfeld angeht. Das wollte ich jetzt endlich so umsetzen, wie ich es mir wünsche, ohne Kompromisse mit einem Arbeitgeber. Ich bin Pädakustikerin, habe also eine spezielle Ausbildung, um Kinder mit Hörsystemen zu versorgen. Eine Weiterbildung zur CI Akustikerin (Cochlea Implantate) habe ich ebenfalls und ich bin zertifizierte ICP Akustikerin (Lärmarbeitsplatz Lösungen für Berufsgenossenschaften). All dies möchte ich gerne in Eigenregie umsetzen.
Die Idee zum eigenen Fachgeschäft für Hörakustik entstand bereits vor sieben Jahren. Als die persönlichen Umstände es zuließen, begann ich mich intensiver mit meinem Wunsch nach einem eigenen Fachgeschäft für Hörakustik auseinander zu setzen und letztlich in die Tat umzusetzen.


 


2. Was war am Anfang die größte Hürde bzw. Herausforderung?
Die Zulassungsbedingungen sind im Gesundheitshandwerk aufwendig. Als Hörakustik-Meisterin erfülle ich die Grundvoraussetzung. Doch neben der eigentlichen Tätigkeit ist viel Organisation und Bürokratie im Hintergrund erforderlich.


3. Was hat besonders gut geklappt?
Die Entscheidungen, mit welcher Technik und welchem Computerprogramm ich arbeiten möchte, waren einfach. Denn dort kenne ich mich bestens aus. Auch die Erstellung eines Konzeptes war leicht, da es über einen langen Zeitraum reifte. Als Prokuristin hatte ich diese Aufgaben für eine Firma mit acht Fachgeschäften. Diese Erfahrung ist sehr wertvoll.


4. Haben Sie Aufgaben abgegeben / sich helfen lassen?
Wenn ja, welche bzw. wie? Ja, für mich stand sofort fest, dass ich eine Beratung zum Erstellen eines Businessplanes benötige und einen Steuerberater. Beim Businessplan habe ich mich auf verschiedenen Internetseiten und Gründerplattformen informiert. Dazu kam die persönliche Beratung und Unterstützung durch die EFA. Es war sehr hilfreich, persönliche Ansprechpartner zu haben, denen ich meine Idee zum ersten Mal präsentieren konnte. Hier erhielt ich auch weitere Kontakte und Hilfestellung bei den Möglichkeiten Zuschüsse zu beantragen. Bei der Raumgestaltung holte ich mir Unterstützung durch eine Innenarchitektin. Und für die diversen Einrichtungsarbeiten hatte ich Hilfe. Durch meine lange Berufserfahrung und meine Tätigkeit als Gastdozentin an der Akademie für Hörakustik bin ich sehr gut in der Branche vernetzt. Ich habe mich in der Zeit viel mit anderen Inhabern und Kollegen ausgetauscht. Das war einige Male sehr hilfreich.


5. Was hätten Sie sich seinerzeit gewünscht?
Was hätten Sie noch gebraucht? Eigentlich ist alles super gelaufen, auch wenn es eine sehr anstrengende Zeit war. Eine Checkliste, was wann zu erledigen ist. Aber das ist zu speziell in meiner Branche.





6. Was würden Sie heute anders machen?
Keinen Tag mehr verbringen, ohne den eigenen Traum zu leben.


7. Wie haben Sie die letzten Wochen der Corona-Krise gemeistert?
Ich hatte erst im Februar 2020 eröffnet und im März kam der Shut-Down. Für mich war die Auszeit durch Corona ähnlich wie für Kollegen der Hörakustik. Der Hörakustiker ist systemrelevant und durfte weiterhin geöffnet haben. Meine bis dahin gefundenen Kunden blieben mir treu und ich konnte weiter arbeiten. Ich habe mich bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für sehr große Anpassräume mit Tageslicht und frischer Luft entschieden. Das ist für die Hörakustik eher ungewöhnlich und erweist sich jetzt als hervorragend. Da ich sehr vorsichtige Prognosen in meinem Businessplan für die Startphase hatte, habe ich genügend Puffer eingeplant.


8. Wo sehen Sie Ihr Business in den nächsten 5 Jahren?
Ich möchte mit meinem Fachgeschäft die besten Lösungen für optimales Hören anbieten und die Spezialgebiete Pädakustik (Hörgeräteanpassung für Kinder), CI-Akustik (Implantate für Ertaubte und hochgradig schwerhörige Menschen) und Tinnitus Versorgung aufbauen. Und das mit individueller persönlicher Betreuung mit genügend Zeit für jeden Kunden. Daher habe ich kein Ladengeschäft sondern die Form eines Studios gewählt. Termine nach Absprache ermöglichen so das entspannte ungestörte Arbeiten. Ich hoffe, dass sich dies so durchsetzt, dann ist das für meine Kunden und für mich eine sehr angenehme Art der Zusammenarbeit.

Herzlichen Dank für das Interview Frau Panneke!


Das Interview führte EFA-Beraterin Dagmar Beerweiler.
Weitere Informationen zum Hörstudio von Sandra Panneke finden Sie unter www.hoerstudio-panneke.de
online seit: 02.07.2020
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